>
Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Richtig ankern

Seemannschaft/Links

Um in einer gemütlichen Bucht eine Rast einzulegen, muss man das Schiff vor Anker legen. Vorab sollte das Ankermanöver mit der gesamten Crew gut durchgesprochen werden, die Rollen (wer macht was) sollten verteilt werden und der Ankerplatz sollte in einer zusätzlichen Runde abgefahren und genauestens untersucht werden (Wassertiefe, Grundbeschaffenheit, Strömungsstärke). Weiterhin sollten die Wetterverhältnisse (Änderungen der Windrichtung oder -stärke, o.ä.) abgeschätzt werden. Dann kann der genaue Ankerplatz bestimmt werden. Wichtig: Schwojkreis beachten!

Das Ankermanöver - Anker auslassen
Der gewählte Ankerpunkt wird gegen Wind oder Strömung (gegen die stärkere Kraft) fahrend angesteuert. Steht das Schiff still, kommt das "Anker fallen lassen"-Kommando. Die Crew am Spill löst die Bremse und lässt so den Anker hinausrauschen, bis er auf Grund trifft. Viel mehr Kette als bis der Anker auf Grund trifft, sollte vorerst nicht gegeben werden. Gerade wenn der Anker per Hand ausgelassen wird, kann man das Nachlassen richtig spüren.

Das Ankermanöver - Ankerkette auslassen
Nun kuppelt der Rudergänger langsam ein, für mehr Fahrt muss er den Gashebel auf "langsam zurück" legen, und die Crew gibt nach und nach ein Stückchen Ankerkette ab , immer so viel, "wie der Anker verlangt". Während der Fahrt zurück ruft der Rudergänger die Länge der Strecke aus, die das Schiff schon zurückgelegt hat, damit die Crew die Länge der ausgegebenen Ankerkette feststellen kann (vorab wurde abgemacht, dass das Schiff beispielsweise an 25 Metern Kette liegen soll). Wichtig ist, dass das Schiff beim Ankermanöver nur sehr langsam fährt.

Das Ankermanöver - Festmachen des Ankers
Die Bremse am Spill wird wieder angezogen und das Schiff ruckt mit seiner Restfahrt in den Anker. Strafft sich dabei die Kette, ist der Anker theoretisch fest, doch so einfach ist es dann doch nicht: Ob der Anker tatsächlich fest ist, muss nun überprüft werden.
Das Ankermanöver - Sitzt der Anker wirklich fest?

Obwohl einige dies als schlechte Seemannschaft abtun, ist dieser Schritt enorm wichtig. Schließlich muss man doch sichergehen, dass der Anker auf dem richtigen (und gewünschten) Untergrund gelandet ist und nicht auf dem Seegrasfeld daneben. Es ist jedoch wichtig, den Ankertest nicht unter voller Fahrt durchzuführen, sondern mit soviel Fahrt, wie unter normalen Bedingungen an Kraft, die auf den Anker wirkt, anzunehmen ist. Dazu gibt es eine Faustformel von Andreas Siemoneit, die dieser aufgrund seiner langjährigen Erfahrung aufstellen konnte. Demnach entspricht rückwärts eingekuppelt etwa 5 Bft Windkraft auf das Schiff, langsam rückwärts Gas entspricht etwa 7 Bft Windkraft auf das Schiff, halbe Kraft rückwärts Gas entspricht etwa 9 Bft Windkraft auf das Schiff und volle Kraft rückwärts Gas entspricht etwa 11 Bft Windkraft auf das Schiff.
Der Test wird nun mit vorsichtig rückwärts einkuppeln begonnen, danach entsprechend rückwärts Gas geben. Wichtig: Sehr vorsichtig und kontrolliert, auf keinen Fall ruckartig. Die Ankerkette sollte sich nun etwas spannen, das Schiff sollte ein wenig achteraus gleiten, aber danach auch wieder an seinen Platz zurückkommen. Dies wird am besten durch eine Deckpeilung quer zum Schiff getestet. Bleibt das Schiff tatsächlich an Ort und Stelle, ist das Ankermanöver geglückt. Nun nur noch das Ankerlicht setzen, damit andere Schiffe sehen, dass Sie vor Anker liegen, und dann kann es losgehen!

Was, wenn das Ankermanöver nicht geglückt ist?
Wichtig ist, nun nicht zu verzweifeln. Und auch wenn die Crew langsam ungeduldig wird oder die Nachbarn schon gucken, das komplette Ankermanöver sollte wiederholt werden, bloß keine Nachbesserungen anstellen, denn die haben sowieso in den seltensten Fällen Erfolg. Vielleicht kann ein Platzwechsel Abhilfe schaffen, möglicherweise ist der Grund nicht zum Ankern geeignet.

 
Suchen
Copyright 2015 - 2017. All rights reserved.
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü